In Deutschland gibt es mehrere hundert Versicherungen. Deshalb ergibt sich, dass aus den oben beschriebenen Möglichkeiten je nach Anbieter wieder verschiedene Varianten entstehen. Die häufigsten möchte ich Ihnen kurz erläutern:
Pflegetagegeld: Ausschlüsse-Wartezeiten-Beitragsrisiko
Bei der gängisten Variante der Pflegetagegeldversicherung müssen bei Antragsstellung Gesundheitsfragen beantwortet werden und zwar genau und ordentlich. Sonst laufen Sie Gefahr, im Leistungsfalle wegen Antragspflichtverletzung keine Leistung zu erhalten. Oft führen bereits kleine gesundheitliche Beeinträchtigungen wie erhöhter Blutdruck oder erhöhtes Cholesterin dazu, dass ein Antrag von der Versicherung nur mit Beitragszuschlag oder Ausschlüssen angenommen wird. Deshalb sollte man diese Verträge so jung und gesund als möglich beantragen. Denn sie haben den Vorteil, dass das Preis-Leistungsverhältnis hier am günstigsten ist. Inzwischen gibt es jedoch auch Anträge, bei denen nur nach schweren Erkrankungen oder Pflegebedürftigkeit gefragt wird. Im Fall der Fälle sind diese vorzuziehen, da Ihnen eine Ablehnung, ein Ausschluss oder ein Zuschlag ein Leben lang bleiben kann.
Zu beachten sind die unterschiedlichen Wartezeiten, also Zeiten, in denen man zu Beginn keinen Versicherungsschutz hat. Diese können bei null Monaten, aber auch bei neun Monaten liegen, teilweise sogar bei drei Jahren. Zu dem muss man wissen, dass die Beiträge regelmässig durch höheres Alter und neue Ausgaben steigen.
Pflegetagegeld mit stabilen Beiträgen
Es gibt auch die Variante, bei welcher der Beitrag ein Leben lang stabil bleibt. Dafür ist der Einstiegsbeitrag ein Mehrfaches höher als bei einem normalen Vertrag. Wer dann unterm Strich für die gleiche Absicherung den geringeren Aufwand hat, hängt von der Beitragsentwicklung des normalen Pflegetagegeldes ab. Getreu dem Motto: Hinterher ist man immer schlauer!!
Produkte 50-Plus: Ohne Gesundheitsfrage, aber Beitragsrisiko
Im Moment sehr beliebt auf dem Markt sind die Produkte 50-Plus. Hier werden die Pflegetagegeldversicherung speziell für Menschen ab dem 50. Lebensjahr angeboten. Dies mit stark reduzierten und sogar ohne Gesundheitsfragen. Dies ist sehr zu begrüssen, da die wenigsten über 50 Jährigen ansonsten so einen Vertrag noch bekommen würden. Es muss jedoch klar sein, dass die Beiträge hier voraussichtlich stark ansteigen werden, da die Versicherung ein Hochrisikoklientel versichert, welches unter Umständer bis zur Inanspruchnahme durchschnittlich nur wenige Jahre einzahlt. Dies kann aber besser sein als gar keinen Schutz zu erwerben.
Einsteigertarife für die Jungen
Auch an junge Menschen, die zum Beispiel noch in der Ausbildung sind, wurde gedacht. Für sie gibt es Einsteigertarife, die einen festgelegten Tagessatz erst bei Pflegestufe 3 leisten. Der Kunde hat jedoch die Möglichkeit, den Tarif über eine Anwartschaft zu einem späteren Zeitpunkt in einen Tarif ab Pflegestufe I umzuwandeln. Dafür kann am Anfang für wenig Geld das schlimmste Risiko abgedeckt werden. Zudem sollte ein Berufsanfänger auf jeden Fall eine Berufsunfähigkeitsabsicherung haben, die im Pflegefall parallel leistet.
Pflegerentenversicherung: Vorsicht bei Verzicht auf Gesundheitsfragen
Bei der Pflegerentenversicherung gelten normalerweise die gleichen Spielregeln wie bei der Pflegetagegeldversicherung, nur dass zusätzliches Geld für die Besparung einer Altersversorgung einbezahlt werden muss. Hier gibt es Anbieter, die auf die Gesundheitsfragen verzichten, dafür muß der Kunde aber eine Wartezeit von 12 Jahren in Kauf nehmen. Das bedeutet, Sie sind in dieser Zeit nicht pflegeversichert. Ob dies Sinn macht, muss jeder für sich entscheiden.
Auf der folgenden Seite diskutieren wir über die Versicherungshöhe und nennen einige Beispiele zur Veranschaulichung.
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