Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle
Ein Einkommen braucht jeder Mensch, unabhängig davon, was er leistet und ob er arbeitet oder nicht. Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist dafür die zeitgemäße politische Form. Seine Finanzierung ist möglich, wenn man es will. Das Grundeinkommen gibt jedem eine sichere Basis zur selbstbestimmten Wertschöpfung innerhalb der Erwerbsarbeit und genauso außerhalb.
Rationalisierung gehört zum wirtschaftlichen Fortschritt. Mit Waren sind wir versorgt. Die Zahl der Erwerbsarbeitsplätze wird abnehmen. Auf der anderen Seite wächst der Bedarf an Aufgaben, die nur aus individueller Initiative erkannt und getan werden können – innovative, gemeinnützige, kulturelle Leistungen, die nicht erwerbsbestimmt sein können, aber sinnstiftend.
Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein Grund weniger, nicht zu tun, was einem selbst das Richtige ist. Es ist ein Bewusstseinsschritt und fördert eine offenere Gesellschaft auf der Höhe der Zeit.
40 Millionen Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze (weniger als 654 Euro pro Monat)
50 Millionen Menschen hatten Schwierigkeiten sich ausreichend zu ernähren. 36,5 Millionen bekommen staatliche Lebenszuweisungen, 25 Millionen bekommen Essen von Non-Profit Organisationen.
Aussicht für 2010: über 44 Millionen Arme
Die Autorin Sieglinde Lemke ist Professorin für Amerikanistik an der Universität Freiburg